• “Das auf Auftreten von Schmerzen veranlasst den Patienten zum Arzt oder Physiotherapeuten zu gehen. Dieses "Problem" hat eine eigene Industrie entstehen lassen, mit den verschiedensten Mitteln, Medikamenten und Methoden (v. A. Quick-fix Lösungen).

    Physiotherapeuten, Manualtherapeuten etc. machen Gebrauch von diversen Methoden, um diesem Problem entgegenzutreten. Ärzte versuchen mit einer Vielzahl von chemischen Mitteln das Symptom Schmerz zu eliminieren. Derjenige der es schafft den Schmerz zu lindern bzw. zu beseitigen, wird als Kapazität in seinem Fachgebiet angesehen. Vor allem im Bereich der Sportmedizin und Sportphysiotherapie kann sogenanntes "medical Shopping" häufig beobachtet werden, wobei Sportler solange von Therapeut zu Therapeut laufen, bis sie jemanden gefunden haben der ihrem Wunschdenken gerecht wird. Auch diesbezüglich hat eine deutliche Kommerzialisierung stattgefunden. Bemerkungen wie "durch die intensive Behandlung war es mir möglich den Wettkampf nach 3 Tagen wieder aufzunehmen" oder "mit Hilfe der speziellen Behandlungsmethode haben wir ihn wieder rechtzeitig fit bekommen", bestätigen diese Tatsache. Jedoch sind solche Aussagen absolut unprofessionell.

    In starkem Gegensatz zu den schmerzlindernden Behandlungsmethoden steht die Behandlung die einen positiven Langzeit-Effekt anstrebt. Die Behandlung ist ein Prozess, bei dem der Patient die "aktive" Rolle einnehmen muss und selbst für optimale Regenerationsvorraussetzungen, die eine Entfaltung der körpereigenen Heilungskräfte ermöglichen, verantwortlich ist. Auf diese Weise hilft sich der Körper selbst bei der Beseitigung der Symptome und der ADL-limitierenden Faktoren. Diese Art der Behandlung basiert hauptsächlich auf Übungen und Training.

    Bei Patienten mit lumbalen Wirbelsäulenbeschwerden, liegt die einzige Möglichkeit der Regeneration in einer Verbesserung der Belastbarkeit der jeweiligen Gewebe und im Trainieren der Bewegungen, die das Problem (Schmerz) hervorrufen. Man darf sich nicht zum Ziel setzen die Schmerzen zu eliminieren und danach dem Patienten beizubringen die schmerzverursachenden Bewegungen auszulassen bzw. sich so zu verhalten, dass die Symptome nicht provoziert werden.

    Funktionelle(s) Wirbelsäulenbehandlung/-training hat nichts zu tun mit Trainingsmodalitäten wie segmentaler Stabilisierung, Bauchmuskeltraining, dem vermeiden von Rotationen, Manipulationen der Facettgelenke, Mobilisierung von Hypomobilitäten und dem Senken der sympathischen Hyperaktivität. Es ist wesentlich einfacher.”

    Quelle:

    Bindegewebe in der Rehabilitation (1998) von Prof. Bert A.M van Wingerden

  • “Im Bereich der Physiotherapie und der Sportmedizin wird der Term "Überbelastung" dazu benutzt den Entstehungsmechanismus bzw. die Ursache einer Verletzung zu erklären.

    Wenn ein direktes Trauma, wie z.b. ein Inversionstrauma oder direkte Gewalteinwirkung (Kontaktsportarten), als Ursache für die Verletzung ausgeschlossen werden kann, wird oft der Begriff Übertraining oder Überbelastung verwendet, um das Zustandekommen der Verletzung zu erklären. Solch eine Definition des Begriffes Überbelastung ist jedoch nicht richtig, da jedes qualitative Training von Überbelastung geprägt sein sollte, da ansonsten kein Trainingserfolg bzw. keine Progression eintritt.

    Der Zeitraum nach dieser Überbelastung ist der entscheidende Faktor, der bestimmt ob die Gewebe in Form einer Leistungssteigerung (z.B. Verbesserung von Zugfestigkeit und Belastbarkeit) oder Leistungsverschlechterung reagieren. Dieser wichtige Zeitpunkt wird Erholungsphase genannt. Wenn dieser Zeitraum nicht mit der für die Erholung und Superkompensation notwendigen Zeit übereinstimmt, werden sich die Gewebeeigenschaften im Laufe der Zeit verschlechtern und es entsteht ein Zustand der "relativen Überbelastung".

    NICHT DIE ÜBERBELASTUNG IST URSACHE DER VERLETZUNG, SONDERN UNZUREICHENDE ERHOLUNG NACH DER ÜBERLASTUNG IST FÜR DAS AUFTRETEN EINER VERLETZUNG/TRAUMA VERANTWORTLICH. "

    Quelle:

    Bindegewebe in der Rehabilitation (1998) von Prof. Bert A.M van Wingerden 

  • “Im Bereich der Physiotherapie und der Sportmedizin wird der Term "Überbelastung" dazu benutzt den Entstehungsmechanismus bzw. die Ursache einer Verletzung zu erklären. Wenn ein direktes Trauma, wie z.b. ein Inversionstrauma oder direkte Gewalteinwirkung (Kontaktsportarten), als Ursache für die Verletzung ausgeschlossen werden kann, wird oft der Begriff Übertraining oder Überbelastung verwendet, um das Zustandekommen der Verletzung zu erklären.

    Solch eine Definition des Begriffes Überbelastung ist jedoch nicht richtig, da jedes qualitative Training von Überbelastung geprägt sein sollte, da ansonsten kein Trainingserfolg bzw. keine Progression eintritt. Der Zeitraum nach dieser Überbelastung ist der entscheidende Faktor, der bestimmt ob die Gewebe in Form einer Leistungssteigerung (z.B. Verbesserung von Zugfestigkeit und Belastbarkeit) oder Leistungsverschlechterung reagieren. Dieser wichtige Zeitpunkt wird Erholungsphase genannt. Wenn dieser Zeitraum nicht mit der für die Erholung und Superkompensation notwendigen Zeit übereinstimmt, werden sich die Gewebeeigenschaften im Laufe der Zeit verschlechtern und es entsteht ein Zustand der "relativen Überbelastung".

    NICHT DIE ÜBERBELASTUNG IST URSACHE DER VERLETZUNG, SONDERN UNZUREICHENDE ERHOLUNG NACH DER ÜBERLASTUNG IST FÜR DAS AUFTRETEN EINER VERLETZUNG/TRAUMA VERANTWORTLICH. "

    Quelle:

    Bindegewebe in der Rehabilitation (1998) von Prof. Bert A.M van Wingerden